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Rework

Lessons learned

Welche Erfahrungen haben wir mit graph.me nach dem Launch gemacht?

  1. Das Konzept einer geschlossenen Community war schwierig, zumal es für eine echte Community an wichtigen Features fehlte. Der Zwang zur Registrierung war für viele eine große Hürde. Erst Recht um nur schnell an einer Umfrage teilzunehmen. Das haben wir folglich geändert, auch wenn darunter der ursprüngliche Gedanke der (anonymen) Profilbildung gelitten hat.
  2. Umfragen und Trends sind zwar nicht ganz artfremd, aber die Anwendung ist doch unterschiedlich. Die Verbindung war nie ganz einfach zu vermitteln und hier wollten wir definitiv zuviel auf einmal.
  3. Unsere kurzen, einfachen und schön aufbereiteten Umfragen kamen – nicht zuletzt durch das Filter-Feature – gut an. Das Thema Tracking von Trends dagegen war zu allgemein angelegt, hätte noch jede Menge Arbeit erfordert und wäre womöglich als separater Dienst besser aufgehoben gewesen. Daher haben wir hier den Stecker gezogen und graph.me fortan auf Umfragen konzentriert.
  4. Wir wurden häufig dafür kritisiert, dass wir die gesamte Anwendung in Flash umgesetzt haben. Wir hatten damals durchaus unsere Gründe und manch Entwicklung war sicher noch nicht absehbar, aber aus heutiger Sicht war dies tatsächlich eine falsche Entscheidung. Leider keine, die auf die Schnelle hätte behoben werden können, erst jetzt mit dem neuen graph.me.
  5. Je weiter wir vom geschlossenen Konzept abrückten, desto mehr Feedback erreichte uns, ob man unsere kurzen Umfragen bald auch auf anderen Websites integrieren könne. Dieses Feedback kam von Bloggern und Sitebetreibern – einer Zielgruppe, die wir mit dem Relaunch stärker berücksichtigen sollten. Im letzten Winter haben wir folglich graph.me Widgets gelauncht, mittlerweile unser wichtigstes Feature. Zudem konnte man fortan wählen, ob Umfragen in der Community erscheinen oder unter Ausschluss der „Öffentlichkeit“ nur auf Einladung oder mittels Widget durchgeführt werden sollten.
  6. Unser Geschäftsmodell war eher zukunftsgerichtet und baute auf eine gewisse Reichweite und Datenmenge, auch wenn wir für graph.me gleich mehrere potentialträchtige Erlöskanäle sahen. In Zeiten der Finanzkrise war es nicht einfach, damit Investoren zu überzeugen, waren doch eher handfeste, von Anfang an umsatzgetriebene Geschäftsmodelle gefragt.

Rework

Nachdem sich eine Neuausrichtung schon abgezeichnet hat und wir früher oder später ohnehin auf HTML wechseln wollten, haben wir uns erneut zusammengesetzt und neben einigen Kundenprojekten das neue graph.me geplant.

Unser Ziel war dabei, das Thema kurze, unkomplizierte Umfragen und Feedback mit hoher Aussagekraft weiterzuentwickeln und auf ein solides Geschäftsmodell zu stellen. Down to earth. Ergebnis ist ein (r)evolutioniertes Produkt, das nun verstärkt professionelle Nutzer anspricht, dennoch den alten Social Benchmarking-Gedanken noch in sich trägt.

Bei der Überarbeitung haben wir viel vom Feedback erster Pilotkunden profitiert, etwa der Münchner Fidor Bank AG, die sich dem Community Banking verschrieben hat. Auch in Blogs wie netzwertig.com war graph.me bereits im Einsatz, an dieser Stelle vielen Dank auch an Martin Weigert für Anregungen und Kritik.

Dass man beobachtet, testet, lernt, sich wieder neu erfindet und auch weniger einfache Zeiten durchlebt, gehört für uns zum Wesen des Gründertums, erst recht beim ersten solchen Projekt. Das erfordert eine ganze Menge Durchhaltevermögen und ein starkes Team, das an die Sache glaubt und den Weg gemeinsam gehen will.

Wohin uns der Weg geführt hat: Das neue graph.me